Dr. Edouard Manassa

Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie

Freude und Leidenschaft stehen bei seiner Arbeit ganz oben. Freude an der nie endenden Erweiterung menschlicher und handwerklicher Fähigkeiten und Leidenschaft für Präzision und erstklassige Ergebnisse.

PV:
​Dr. Manassa, wie lautet Ihre offizielle Berufsbezeichnung. Schönheitschirurg oder Experte für ästhetische Chirurgie?
EM:
Ungenauigkeit ist das, was dem Erfolg im Weg steht, dem großen Erfolg.

​​Das ​ist eine gute Frage. Als Schönheitschirurg kann sich jeder titulieren. Das ist kein geschützter Begriff. Wir dagegen sind Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie. Das ist eine Facharzt-Ausbildung über sechs Jahre, die Handchirurgie, Verbrennungschirurgie, rekonstruktive Chirurgie und ästhetische Chirurgie beinhaltet. Die ästhetische Chirurgie ist dabei der bekannteste Teil. Aber die Geschichte der plastischen Chirurgie bzw. ästhetischen Chirurgie baut auf der Erfahrung der rekonstruktiven Chirurgie auf. Der Titel Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie ist also aus gutem Grund ein geschützter Titel.

PV:
Heißt das, dass unter dem Begriff Schönheitschirurg auch solche arbeiten, die die Fachausbildung gar nicht haben?
EM:
Ja, auf diese Unterscheidung weisen wir schon seit vielen Jahren hin. Schönheitschirurg kann sich Ihr Hausarzt, Ihr Gynäkologe, einfach jeder Arzt nennen, aber plastischer Chirurg darf sich keiner nennen, der diese Expertise nicht hat.
PV:
Was lösen bei Ihnen die Worte Leichtsinn und Ungenauigkeit aus?
EM:
​Ungenauigkeit ist das, was dem Erfolg im Weg steht, dem großen Erfolg. Man kann und muss manchmal zwar mit gewissen Ungenauigkeiten leben, gerade wenn man mit Menschen zu tun hat. Aber sonst ist Präzision das Ideal, das Höchste, was wir bei unseren Operationen anstreben. Und das andere war Leichtsinn? Ich beziehe das natürlich auf die Chirurgie, wo Entscheidungen immer auch Konsequenzen haben. Und deshalb ist Leichtsinn in diesem Zusammenhang sozusagen verboten.
PV:
Sie sind als plastischer Chirurg für viele Frauen ja so etwas wie ein Gott. Werden Sie oftmals bewundert?
EM:
Gestern hatte ich eine Patientin, die gesagt hat, es sei schon toll, was wir plastischen Chirurgen machen, weil wir den Frauen ja Träume erfüllen. Dann ist es natürlich schön, jemand zu haben, der einem den Traum erfüllt, wer möchte das nicht? Insofern haben wir schon einen gewissen attraktiven Ruf, aber es auch spannend zu versuchen die Träume anderer umzusetzen.
PV:
Aber das Gefühl begleitet Sie nicht tagtäglich?
EM:
​​​Nein, es gibt ja ein Berufsleben und ein Privatleben. Wir sind zwar Experten, aber auch Handwerker, die ihre Arbeit gut oder sehr gut machen.
PV:
​​​Leisten Sie denn mit Ihrer Arbeit oftmals auch eine Art von therapeutischem Beitrag?
EM:
​​​Wir versuchen das, klar. Heute hatte ich eine Patientin, der hatte ich gesagt, sie muss vor der Operation aufhören zu rauchen, sonst operiere ich Sie nicht oder das Ergebnis wird nicht optimal. Sie hat tatsächlich vor der Operation aufgehört, wie ich es mir gewünscht hatte und sie hat jetzt seit sechs Wochen noch nicht wieder angefangen zu rauchen. Also insofern gibt es da auch einen positiven Einfluss auf die Patienten.
PV:
​​Sind denn die Frauen, die kommen, eher unglücklich oder wollen die meisten Frauen einfach schöner werden?
EM:
​​​

Die meisten Frauen sind zufriedene Frauen, die sich einfach ein wenig optimieren wollen.

Die meisten Frauen sind zufriedene Frauen, die sich einfach ein wenig optimieren wollen. Wir können auch keine unzufriedenen Frauen in zufriedene Frauen operieren. Das geht nicht. Es ist sogar sehr wichtig, dass im Vorgespräch, das gerne mal eine halbe Stunde oder eine Stunde dauert, die Frage geklärt wird, ob dieser Mensch durch eine Operation zufriedengestellt werden kann. Bei manchen müssen wir auch Nein sagen, weil es keine Aussicht auf Erfolg gibt. Für beide Seiten. Da haben wir eine klare Haltung.​

PV:
​​​Das heißt, Sie müssen klären, ob die Träume, die Sie erfüllen sollen, realistisch sind?
EM:
​​Genau, ob der Traum, den wir erfüllen sollen, realisierbar ist und dann, ob der aus unserer Sicht erfüllte auch deckungsgleich ist mit dem Traum der Person, die ihn geträumt hat.
PV:
Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit an meisten?
EM:
Ich schätze an meiner Arbeit die Kombination der vielen verschiedenen, menschlichen Fähigkeiten, die man erwerben kann. Zum einem ist es eine intellektuelle Leistung, denn wir müssen uns ständig weiterbilden, weil es immer wieder neue Operations- und Behandlungsmethoden gibt. Und wir müssen uns auf die unterschiedlichsten Patienten einstellen. Zum anderen müssen wir natürlich handwerklich auch gut sein und somit haben wir nicht nur die geistige, sondern auch die handwerkliche Herausforderung zu meistern. Und das ist schön.
PV:
​​Welche Begriffe verbinden Sie am ehesten mit Ihrer Arbeit? Leidenschaft, Kompetenz, Routine, Freude, Verantwortung? Was steht ganz oben?
EM:
​​​Freude und Leidenschaft stehen ganz oben. Die Leidenschaft hat dabei zwei Seiten, die Freude daran und das Leiden daran, denn unser Beruf ist auch ein extrem anstrengender. Dann kommen all die anderen guten Begriffe.
PV:
​​​Gibt es für Sie eine ethische Grenze?
EM:
​​​Ja klar. Wir müssen immer schauen, wer was will und eine Haltung dazu finden. In jedem Gespräch kann es zu einer Ablehnung kommen, wenn wir der Meinung sind, den genannten Wunsch erst gar nicht erfüllen zu wollen. Wir müssen uns ja auch schützen vor Patienten, von denen wir wissen, dass sie am ende weder glücklich oder zufrieden sein werden.
PV:
Wenn Sie noch einmal wählen könnten, würden sie den gleichen Beruf wieder wählen?
EM:
​Auf jeden Fall.
PV:
​​​​Was mögen Sie an Ihrem Beruf am wenigsten?
EM:
​Die wahnsinnige Verantwortung, die wir alle tragen, kann sehr anstrengend sein und das Anspruchsdenken der Patienten ebenfalls. Die wenigsten kommen ja mit einem Leiden, es geht vielmehr darum perfekt aussehen zu wollen und wir sollen das liefern.
PV:
​​​Bringen denn die meisten Patienten ein ausreichendes Vorstellungsvermögen mit, für das, was am Ende das Ergebnis sein soll?
EM:
Ich habe gelernt, dass es sich lohnt einen Weg bis zum Ende zu gehen. Man wird dafür belohnt.

​Heutzutage sind die Patienten durch die Medien schon sehr gut informiert. Die meisten Patienten haben sich vorher schon jahrelang Gedanken gemacht und Informationen gesammelt. Außerdem unterstützen wir das Vorstellungs-vermögen, wenn nötig, durch unsere 3D-Simulation. Wir zeigen auch Vorher-Nachher-Bilder von Operationen, die hier in der Klinik durchgeführt wurden. Ich hatte aber auch schon Patienten aus Saudi-Arabien, die überhaupt nicht informiert waren, wo es ganz schwierig war, ein Informationsgespräch zu führen. Diese Patienten dachten einfach sie haben einen Wunsch, bezahlen was und das kriegen dann automatisch das was sie sich wünschen. Da sind die Menschen in unserem Kulturkreis schon etwas aufgeklärter.

PV:
​​​Was war denn Ihre Motivation in die plastische Chirurgie zu gehen? Sie hätten ja auch Herzchirurg werden können oder Augenchirurg oder ähnliches.
EM:
Während des Studiums war ich lange Zeit unsicher, was ich denn eigentlich werden wollte. Vor 20 Jahren war die plastische Chirurgie ein ziemlich unbekannter Bereich. Mein Vater war Hausarzt und Anästhesist und als ich ihm offenbart habe, dass ich plastischer Chirurg werden wollte, wusste er gar nicht genau was das ist und was man da macht. Erst durch Praktika bei verschiedenen Ärzten wurde mir nach und nach immer klarer, was ich nicht machen wollte und so kristallisierte sich am Ende die plastische und ästhetische Chirurgie heraus, diese formende Behandlung. Als das dann klar war, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen, weil ich endlich wusste, okay, das ist es.
PV:
​​​Kommen heute gleich viel Männer wie Frauen zu Ihnen?
EM:
​Noch nicht. Es ist nach wie vor die Quote, 15 % Männer und 85 % Frauen. Aber es verschiebt sich langsam, auch die Männer fangen an, sich da zu verändern.
PV:
​​​Reicht es als plastischer Chirurg, Menschen zu mögen oder muss man Menschen lieben, weil man ja auch auf die banalsten Wünsche eingehen muss.
EM:
​Es ist auf jeden Fall hilfreich die Menschen zu lieben. Aber mögen ist auch schon ganz gut.
PV:
​​​Was ist Ihre beste Eigenschaft?
EM:
Meine Konsequenz, einen Weg bis zum Ende zu gehen. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass man bei 80 % oder 90 % zwar aufhören kann, aber die 100 % auf jeden Fall anstreben sollte. Und ich habe gelernt, dass es sich lohnt einen Weg bis zum Ende zu gehen. Man wird dafür belohnt.
PV:
​​​Haben Sie einen Rat an junge Frauen oder junge Männer, was körperliche Veränderungen anbelangt?
EM:
Ich glaube, die meisten gehen damit schon sorgfältig um. Es kommt sehr selten vor dass jemand sagt, seit gestern ist mir meine Nase zu groß oder ich habe zu viel Fett, sondern es ist immer ein Wunsch, der über Monate/Jahre gewachsen ist. Spontaneität ist da kein guter Ratgeber.
PV:
​​​Brauchen wir in unserer Gesellschaft mehr plastische Chirurgen oder bessere?
EM:
Bessere ist immer besser.
PV:
​​​Wie wichtig ist Leidenschaft, wenn man einen Beruf wie den Ihren hat?
EM:
Leidenschaft ist da schon sehr wichtig, denn einige Teile der Ausbildung muss man einfach auch aushalten können, wie zum Beispiel die Belastung durch die 24-Stunden-Dienste und die Verantwortung, die ja bleibt, auch wenn man müde ist.
PV:
​​​Was ist denn Ihre Belohnung am Ende des Tages?
EM:
Wir müssen immer schauen, wer was will und eine Haltung dazu finden.

Die zufriedenen Patienten. Im Gegensatz zur Arbeit in einem Brustzentrum, was ich eine Zeit lang gemacht habe, sind unsere Patienten gesund und freiwillig hier. Die Belohnung im Brustzentrum war nicht so groß, weil ich den Patienten dort die Botschaft überbringen musste, dass sie Brustkrebs haben. Heute ist die Belohnung ungleich größer, denn unsere Patienten sagen nicht nur wie zufrieden sie sind, sondern auch, dass wir ihre Lebens- qualität beachtlich gesteigert haben. Und weil sie sich viel besser fühlen als vor der Operation kommen sie vorbei und sagen Dankeschön. Das ist die Belohnung.

PV:
​​​Und die ist ja sehr direkt. Haben Sie ein Schönheitsideal?
EM:
Ja. Ich habe sogar gemerkt, wenn ich das Schönheitsideal zusammen mit den Patienten erarbeite, deckt sich das zu 90 % mit dem, was sich die Frauen und Männer auch vorstellen. Wir alle sind geprägt durch die Medien und das ist es, was die meisten erstreben. Zumindest in unserem Kulturkreis.
PV:
​​​Also schlank und wohl proportioniert?
EM:
Denke schon.
PV:
​​​Ist die Selbstoptimierung für Sie verführerisch oder ist es eher das Gegenteil?
EM:
Ja klar, die eine oder andere kleine Sache habe ich auch schon ausprobiert. Ich habe aber auch das Glück, das ich einfach zufrieden bin mit mir selber. Diese Zufriedenheit scheine ich auch auszustrahlen, denn sie wird mit Vertrauen in meine Person und meine Fähigkeiten beloht. So gesehen bin ich eine gute Projektionsfläche für meine Patienten.
PV:
​​​Was raten Sie jungen Menschen generell?
EM:
Mein wichtigster Ratschlag ist der, dass man alles was man macht mit Leidenschaft machen sollte oder gar nicht. Verlasst Euch auf Euer Gefühl.
PV:
Dr. Manassa, vielen Dank für das Gespräch.
 
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