Jutta Ferlings

Rückführungsmanagerin

Jutta Ferlings ist Diplom Sozialpädagogin und im speziellen Rückführungsmanagerin. Sie fühlt sich zu ihrer Arbeit berufen, glaubt an die Veränderungsfähigkeit von Menschen und hat Freude daran, Menschen zum Besseren zu bewegen.

PV:
​Ist das Dein Ding, dich um andere zu kümmern?
JF:
​Ich denke schon, ja.
PV:
​Gab es einen Schlüsselmoment?
JF:
​Nö. Das war zuhause schon so. Als Sandwichkind mit einem älteren und einem jüngeren Bruder, habe ich immer schon zwischen Eltern und Geschwistern vermittelt.
PV:
​Bist du besonders sensibel dafür?
JF:
​Ich hatte und habe zumindest bis heute ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Und wenn was nicht gerecht war, dann konnte ich nicht umhin, mich einzumischen.

Jutta Ferlings
PV:
​Wie lautet deine offizielle Berufsbezeichnung?
JF:
Diplom Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin.
PV:
​Muss man dafür Frau sein?
JF:
​Auf keinen Fall.
PV:
​Aber die Arbeit wird doch sicherlich überwiegend von Frauen ausgeübt?
JF:
​Ja, ich denke, dass die Helferberufe meistens von Frauen ausgeübt werden, schon aus der Historie heraus und auch, weil man damit nicht reich werden kann und Männer, die vielleicht mal eine Familie ernähren müssen, sich eher einen besser bezahlten Job suchen.
PV:
​Wird soziale Arbeit immer noch unterbewertet?
JF:
​Wenn man bedenkt, dass es ein akademischer Beruf ist, auf jeden Fall. In meiner Arbeit unterliege ich dem TVÖD, von daher werde ich schon tariflich bezahlt, aber verglichen mit anderen studierten Menschen kriegen wir sicherlich sehr wenig Geld für unsere Arbeit.
PV:
Was macht eine Diplom Sozialpädagogin normalerweise?
JF:
Sie kann in allen möglichen Bereichen arbeiten. In der Behindertenarbeit, in der Altenarbeit, in der Suchtberatung, in der Erziehungshilfe, im Jugendamt. Also es gibt total viele Bereiche, in denen sie tätig sein kann.
PV:
​Wieso hast du dich für die Kinder entschieden?
JF:
​Vielleicht weil ich selber welche habe und über Erziehungskurse in den Beruf geraten bin oder einen Weg gefunden habe, der vielleicht schon vorgezeichnet war, von dem ich aber noch nicht wusste.
PV:
Wie war denn der Weg bis hierher?
JF:

Schon immer fand ich es total spannend wie Menschen so ticken.

Schon immer fand ich es total spannend wie Menschen so ticken. Ich habe dann soziale Arbeit studiert, ganz klar deswegen, weil ich kein Abitur hatte. Am liebsten hätte ich Psychologie studiert. Das ging aber nicht. Dann war der Plan nach dem Grundstudium zu wechseln, das gab es damals noch, und dann Psychologie zu studieren. Aber dann dachte ich mir, jetzt machst du das hier erst mal fertig. Meinem Interesse an Psychotherapie geschuldet habe ich dann Fortbildungen dazu gemacht und bin zuerst einmal an eine Schule geraten, in der ich Schulsozialarbeit gemacht habe.

PV:
​An was für eine Schule?
JF:
​Eine Gesamtschule war das. Da gingen meine Kinder auch hin. Danach habe ich im Jugendamt gearbeitet, parallel zum Studium hatte ich schon angefangen, in der Suchtberatung zu arbeiten, das heißt, mit abhängigen Menschen. Da hatte ich das große Glück an einen Mentor zu geraten, der mich eingeladen hat, in der Drogenberatung mitzuarbeiten. Von daher gab es für mich immer zwei ganz interessante Bereiche. Das war einmal die Sucht und einmal die Erziehung, Kinder- und Jugendhilfe. Dann hat sich der Weg einfach so ergeben, dass ich bei den Kindern gelandet bin, wobei ich ja eigentlich weniger mit den Kindern arbeite, als mit den Eltern. Also schon eher mit den Erwachsenen.
PV:
​Du machst Rückführungsmanagement.
JF:
​Genau. Die Rückführung von Kindern in die Familie.
PV:
​Was ist dabei die größte Herausforderung?
JF:
​Das Schwierigste daran ist, die Sicherheit zu gewinnen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Das Schwierigste daran ist, die Sicherheit zu gewinnen, die richtige Entscheidung zu treffen. Vor der Rückführung findet ein Clearing statt, in dem ich mit den Eltern erarbeite, ob es überhaupt nach Hause gehen kann. Wenn ich dann mit denen zu der Entscheidung komme, dass es nach Hause gehen soll, besteht natürlich immer die Gefahr, dass das mal in die Hose geht oder schief läuft. Das ist vielleicht die größte Herausforderung. Diese Sicherheit, die es dabei nicht gibt.

PV:
​Können Eltern sagen wir wollen unser Kind nicht zurückhaben?
JF:
Das gibt es auch. Ich habe schon öfter erlebt, dass eine Mutter ihr Kind nicht mehr wollte. Es gibt auch die Fälle, in denen die Eltern einsehen, dass es besser wäre, die Kinder nicht bei sich zu Hause zu erziehen, sondern ihnen andere Möglichkeiten zu geben. Diese Entscheidung sollte idealerweise einvernehmlich sein.
PV:
Sind das dann meistens sozial schwache Familien?
JF:
Meistens ja. Ich habe aber auch schon studierte Menschen hier sitzen gehabt.
PV:
​Konntest du aus deiner Arbeit eine Lehre für dein Leben ziehen?
JF:
Ja, Veränderung ist möglich. Das ist so, daran glaube ich. Das Arbeitsleben hat es mir bewiesen. Man kann mit Menschen arbeiten und man kann was verändern, wenn alle Beteiligten es wollen. Daran glaube ich ganz fest und deswegen arbeite ich auch so intensiv mit den Eltern, weil ich die Hoffnung habe, dass sie es genauso sehen können wie ich.
PV:
​Wenn es nicht zu einer Rückführung kommt, erschüttert dich das?
JF:

Ich bin für mich dann erfolgreich, wenn ich dem Wohl des Kindes entspreche.

Ich bin für mich dann erfolgreich, wenn ich dem Wohl des Kindes entspreche. Wenn ich denke oder sehe, dass es dem Kind zu Hause nicht gut ginge und ich dann erkläre, dass das keine gute Idee ist, dann habe ich einen Erfolg errungen, und zwar für das Kind. Vielleicht nicht für die Eltern und vielleicht auch vordergründig nicht für das Kind, denn Kinder wollen immer nach Hause, egal ob sie geschlagen oder missbraucht wurden. Ganz am Ende des Tages entscheide ich das auch nicht allein. Ich werde ja vom Jugendamt beauftragt und die entscheiden am Ende oder das Gericht.

PV:
​Woran könntest du scheitern?
JF:
​Vielleicht an der eigenen Erwartung perfekt zu sein.
PV:
​Nicht am System?
JF:
​Ich kann viele Dinge tun, von denen ich glaube, dass sie gut sind. Scheiter ich am System? Nein, eher weniger. Ich kriege einen Auftrag, das heißt, jemand wünscht meine Arbeit und meine Meinung. Von daher habe ich niemanden, der gegen mich arbeitet. Sicherlich hat mein Auftraggeber manchmal eine andere Meinung, aber ich habe dann im Vorfeld in meinem Sinne alles getan.
PV:
​Wenn du einen Aufruf starten könntest an die Gesellschaft, wie würde der lauten?
JF:
​Nehmt eure Kinder wahr. Nehmt eure Kinder ernst. Leitet sie und führt sie und macht sie zu selbstständigen Menschen.
PV:
Warum arbeitest du noch in deinem Job?
JF:
​Warum noch? Weil ich Spaß dran habe.
PV:
​Was ist es, was dich begeistert und dir Spaß macht?
JF:
​Also zunächst mal muss man für meinen Job neugierig sein, man muss Menschen mögen und neugierig sein auf deren Geschichte. Diese Neugier habe ich und jeder Mensch für sich ist liebenswert, egal aus welcher Schicht er kommt oder welchen Job er macht. Das finde ich immer wieder spannend und interessant. Ich kann Menschen dabei helfen, ihr Leben für sich besser zu machen, in dem Fall ihre Kinder zurückzukriegen und mit ihren Kindern ein besseres Leben zu führen als zuvor. Das ist Freude und Motivation zugleich.
PV:
​Auf deiner Visitenkarte stehen mehr Titel als bei anderen. Bist du ein Wissens- oder Fortbildungsjunkie?
JF:
​Ne, ich bin kein Junkie, aber ich möchte wissen, wie die Dinge funktionieren.
PV:
Damit meinst du was?
JF:
​Ich will wissen wie der Mensch tickt, wie seine Psyche funktioniert, was auf Menschen einwirkt, was es mit Menschen macht, wo ich ansetzen könnte, um etwas zu verändern, auch um Hoffnung zu geben. Wenn ich mit Menschen arbeite habe ich die Verantwortung, genau das so gut es geht zu tun. Und deswegen bilde ich mich fort, damit das, was ich tue, in meinen Augen auch seriös ist.
PV:
​Hast du einen hohen Anspruch an dich?
JF:
​Ja sicher.
PV:
​​Deine Arbeit zieht Energie, wo holst du sie wieder rein?
JF:
​​Also tatsächlich hole ich viel Energie aus dem Beruf selber. Ich habe einfach Spaß dran. Ich glaube, es ist nicht nur ein Beruf, es ist meine Berufung. Von daher kommt da schon viel positive Energie herein. Ansonsten schalte ich einfach mal ab. Couch, lesen, Serien gucken. Auszeiten nehmen ist wichtig. Mal ein paar Tage wegfahren. Ich kann gut abschalten.
PV:
​​​Was ist für dich das Reizvolle an einem Erstgespräch mit einem Menschen, der zum Beispiel aktenkundig ist, knackst du gerne Nüsse? Kommst du gerne an Leute ran, die vielleicht unzugänglich sind?
JF:
​​​

Ja, Lebenserfahrung macht natürlich viel aus. Weil man weiß, wovon man spricht.

Zunächst mal ist es wirklich Neugier. Wer bist du? Wie bist du groß geworden? Warum ist es bei dir so gekommen, wie es gekommen ist? Wenn ich beispielsweise eine Mutter hier sitzen habe, die bereits sechs Kinder hat, davon sind fünf weg und ich gucke mir ihre Vorgeschichte an und stelle fest, auch deren Mutter hatte bereits sechs Kinder von sechs verschiedenen Männern, dann finde ich das schon mal per se interessant, so eine Familiendynamik oder das Familiensystem zu betrachten. Auf der anderen Seite ist jemand, der schwierig ist, eine Herausforderung, die ich sicherlich auch mag. Manchmal komme ich mir auch wie ein Detektiv vor. Ich habe in meinem Tun mit vielen Systemen drumherum zu tun. Gerade heute war ich bei der Bewährungshilfe oder ich gehe zur Suchtberatung mit und dann vervollständigt sich ja so ein Bild. Es kommen verschwiegene oder anders dargestellte Teile zum Vorschein. Im Grunde ist es wie bei einem Puzzle – das Zusammensetzen ist das spannende.

PV:
​​​​Hat dein Berufsstand Nachwuchssorgen?
JF:
​​​​Da das Studium der Sozialen Arbeit mittlerweile mit einem NC belegt ist, gehe ich davon aus, dass es ganz viele gibt, die es tun wollen.
PV:
​​​​Du meinst die Hürde ist größer geworden?
JF:
​​​​Ja, viele Studienbewerber, wenig Studienplätze. Es gibt aber sicher genug Nachwuchs, die Frage ist, in welche Richtungen werden sie sich entwickeln.
PV:
​​​​​Würdest du deinen Beruf einem jungen Menschen empfehlen?
JF:
​​​​​Ja doch, wer gerne mit Menschen arbeitet, der sollte das tun. Ich hatte ja gerade eben eine junge Frau hier, die bei uns ein Praktikum gemacht hat, jetzt soziale Arbeit studiert und immer wieder mal Fragen hat und dann nehme ich mir auch die Zeit. Ich finde der Nachwuchs hat Förderung verdient und wenn wir eben Nachwuchskräfte haben wollen, dann müssen wir dafür etwas tun. Genauso bringe ich meiner jungen Kollegin bei, was ich kann und ermutige sie, Fortbildungen zu machen. Eben zum Beispiel im therapeutischen Bereich. Leider muss man Fortbildungen oft selber zahlen. Von daher ist es vielleicht für jüngere Leute schwieriger, sich entsprechend fortzubilden.
PV:
​​​​Welche Fähigkeiten braucht es für deinen Job?
JF:
​​​​​Fachwissen und Naturtalent.
PV:
​​​​​Und das besteht aus?
JF:
​​​​​Empathie, Einfühlungsvermögen, Sensibilität, schnelles Denken, Flexibilität im Gespräch und tatsächlich die schon genannte Neugier. Man sollte sicher auch ein gutes Gedächtnis haben und noch wissen, was im letzten Gespräch gesagt wurde, weil man sich nicht alles notieren kann. Was bräuchte man noch? Grundvoraussetzung ist, dass man Menschen mag, sonst kann man den Job nicht machen.
PV:
​​​​​​Ist Lebenserfahrung hilfreich?
JF:
​​​​​Ja, Lebenserfahrung macht natürlich viel aus. Weil man weiß, wovon man spricht und man wird von den Eltern eher akzeptiert. Das ist ungefähr so, wie wenn der Alkoholiker sagt, wissen sie eigentlich wie schwierig das ist, nicht zu trinken, sie sind ja kein Alkoholiker. Genauso kann die Frage dann an eine junge Kollegin kommen, woher wollen sie das wissen, sie haben ja gar keine Kinder. Da ist es natürlich von Vorteil Lebenserfahrung zu haben. Das ist ganz klar, auch weil man eher versteht wie die Welt funktioniert oder wie die Menschen ticken oder wie Strukturen einfach sind, dass es auch Zwänge gibt, denen man unterliegt. Genauso wichtig ist es, sich abgrenzen zu können, also nicht alles mit nach Hause zu nehmen und zu seinem eigenen Problem zu machen.
PV:
​​​​​​​Lernt man das nicht in der Ausbildung?
JF:
​​​​​​Ja, davon wird gesprochen, aber wie es sich anfühlt und wie das konkret funktioniert, weiß erst mal keiner. Erst wenn man drinsteckt weiß man, was es bedeutet. Ab dann ist es ein Entwicklungsprozess.
PV:
​​​​​​​​Wann fühlst du dich erfolgreich?
JF:
​​​​​​

Wer gerne mit Menschen arbeitet, der sollte das tun.

​Wenn ich sehe, das was geht mit den Menschen, mit denen ich arbeite. Wenn ich sehe, dass die Menschen von dem profitieren, was ich hier mit ihnen tue. Es fängt damit an, dass sie sich hier wohlfühlen. Den meisten wurde ja das Kind weggenommen oder sie mussten es zeitweise abgeben. Das ist ja per se eine schlechte Erfahrung, dann kommen sie zu mir und glauben, dass ich der Chef im Ring bin und über alles entscheide. Wenn sie sich aber aufgehoben fühlen, wenn sie sich verstanden fühlen und wenn sie merken, da ist jemand, der mir guttut und mir hilft, dann habe ich Erfolg. Und dann natürlich auch faktisch, wenn ich feststelle, da ist spürbar und messbar etwas passiert. Sprich, die haben ihre Schulden reguliert oder eine Therapie angefangen, also die Dinge auf den Weg gebracht, die dazu führen, dass ihre Kinder wieder nach Hause gehen können.

PV:
​​​​​​​​Habt ihr eine Erfolgsquote?
JF:
​​​​​​Die Frage ist, wie man Erfolg definiert. Die gelungene Rückführung eines Kindes in die Familie ist natürlich ein Erfolg, aber es kann auch ein Erfolg sein, wenn Eltern verstehen, dass sie ihre Kinder besser woanders groß werden lassen und damit dann gut leben können. Wenn wir eine Situation schaffen können, in der die Eltern trotzdem Kontakt zu ihren Kindern halten können, aber auch sehen, wie gut sie versorgt und gefördert werden.
PV:
​​​​​​​Bleiben die Kinder dann hier im Kinderheim?
JF:
​​​​​Nicht zwingend. Im Grunde sind wir zwar ein Kinderheim, aber wir haben jetzt nicht das Ziel, die Kinder hier zu beheimaten bis sie 18 sind. Es wird immer geguckt, gerade bei kleinen Kindern, dass sie die Chance kriegen, in einer Pflegefamilie groß zu werden, einer sogenannten Vollzeitpflege, um ihnen ein Familiengefühl zu bieten. Es gibt auch Kinder, je nach dem aus welchen Geschichten sie kommen, die in einer Gruppe hier im Haus besser aufgehoben sind als einer Familie. Für manche Kinder ist eine Familie einfach zu eng. Andere wiederrum brauchen viel Fürsorge, viel Zuneigung und kriegen das natürlich dann hier nur geteilt durch acht oder so.
PV:
​​​​​​Verfolgst du die Biografien von Familien mit denen du gearbeitet hast?
JF:
​​​​​​Kinderbiografien verfolge ich nicht, das wäre eine zu lange Spanne. Ich verfolge allerdings schon mal Familienentwicklungen über Kontakte mit dem Jugendamt und es gibt tatsächlich auch Familien, die sich hier melden und sagen wir sind in der Nähe und wollen mal eben vorbeikommen.
PV:
​​​​​​​Und …?
JF:
​​​​​​​Das ist ein gutes Gefühl. Man denkt, ach guck mal, das ist doch nett, die kommen einfach vorbei, weil sie sich wohlgefühlt haben und anscheinend alles gut geklappt hat.
PV:
​​​​​​​​Kann dich etwas zur Raserei bringen?
JF:
​​​​​​​Innerlich sicherlich schon, im Gespräch kann ich mich nicht gehen lassen, das geht gar nicht. Aber ich tue mich schwer mit Menschen, die nicht ins Tun kommen, die sagen, ja ich weiß, ich müsste und ich will auch und ich mach auch, aber sie tun es einfach nicht. Bringt mich sonst etwas aus der Reserve? Ich werde tendenziell nicht gerne angelogen, wobei das eigentlich Programm ist. Ein Beispiel von heute: ich bin mit einer Mutter bei der Bewährungshilfe und gerade als ich beginne, etwas mit ihr zu planen, sagt sie, dass sie sehr wahrscheinlich demnächst noch mal in den Knast muss. Dann denke ich, warum hat sie mir nichts gesagt? Wir hätten da was tun können. Und das ärgert mich natürlich.
PV:
​​​​​​​​​Heißt das, dass viele Eltern sich oft besser darstellen als sie sind, weil sie ihr Kind zurückhaben wollen?
JF:
​​​​​​​​Ja klar. ​Deshalb ist es wichtig, immer hinter die Geschichten zu gucken und tatsächlich manchmal Sherlock Holmes zu spielen. Das ist dann spannend. Aber klar, die wollen sich von der besten Seite zeigen und es gibt natürlich auch viele, die schon sehr viel Erfahrung haben mit dem Jugendamt, mit dem Helfersystem, die genau wissen, wie sie und was sie formulieren müssen. Aber das merke ich dann auch.
PV:
​Vielen Dank, Jutta, das war es schon.

jutta.ferlings@kinderheim-kastanienhof.de
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